Eine tragische Geschichte

 

Vom Schlosshof zur Brauhofgasse

 

Einst baute der Markgraf Christian von Brandenburg Bayreuth um 1616 ein Schloss in Frauenaurach, ein schönes Renaissance-Schloss. Jacob Wolff d.Jg., der berühmte Baumeister von Nürnberg, hatte die Entwürfe dazu angefertigt.

 

 

 

Doch dann kam der 30jährige Krieg und die Pracht war dahin.

Das Schloss war demoliert und ausgeraubt. Keine Menschen waren mehr da, der Krieg hatte sie alle hinweggerafft.

 

 

 

Alles wurde langsam wieder hergerichtet, so dass der markgräfliche Hof wieder in Frauenaurach logieren konnte. Feste wurden gefeiert und Jagdgesellschaften abgehalten.

Die Klosterkirche wurde in eine barocke, herrschaftliche Kirche umgewandelt.

 

 

Schlosshof

1 Inneres Tor

2 Klosterverwaltungsamt, Amtshaus

3 Nebengebäude, heute Amtshausschüpfla

4 Schloss

5 Klosterkirche

6 Wirtschaftsgebäude

7 Marstall

8 Schlosshof mit Brunnen

Neben Schloss und Klosterverwaltungsamt entstand auf dem Gelände des Klostergutshof ab 1670 der Ort Frauenaurach. Viele Handwerker siedelten sich an, Adlige und markgräfliche Beamte zogen nach Frauenaurach. Der Ort wurde recht stattlich mit seinen neuen barocken Fachwerkhäusern.

 

 

 

Auch die Klosterkirche wurde markgräflich ausgestattet. Es kam ein prächtiger Altar in die Kirche. Emporen wurden eingebaut. Die Kanzel erhielt einen reich geschmückten Schalldeckel, ein Herrschaftsstuhl und das Taufbecken wurden aufgestellt. An der Südseite der Kirche wurde eine Sakristei angebaut.

Und wo ist all die Pracht geblieben?

1710 zog Markgraf Christian Ernst mit seinem Hof in das Schloss in der neuen Stadt Christian Erlang um. Christian Erlang war die neue Barockstadt, die für die Hugenotten, die 1686 kamen, gebaut wurde. Alle Baumaßnahmen waren in Frauenaurach geplant worden.

Der Markgraf hatte nun kein Interesse mehr an Frauenaurach.

 

 

Der Grundstein für den Kirchturm wurde 1707 noch im Beisein des markgräflichen Hofes gelegt. Aber für den weiteren Bau sollten die Bürger von Frauenaurach selber aufkommen. Unter großer Verschuldung wurde der Turm 1717 fertig gestellt.

Die Adligen und die Beamten zogen dem Markgraf in die neue Stadt nach. Die Handwerker erhielten vom markgräflichen Hof keine Aufträge mehr, sie gehörten nicht zu den Erlanger Zünften. In das Schloss zog eine Husarenkompanie ein. Das Sozialgefüge änderte sich langsam, es kehrte immer mehr Armut in den Ort ein ein.

 

 

So sah Carl Haag 1839  Frauenau-rach, ein wenig Glanz aus der Markgrafenzeit war noch verhanden. Die vielen Türme (heute gibt es nur noch einen Turm) gaben dem Ort eine gewisse Herrschaftlichlkeit.

 

 

 

 

 

 

Geometrischer Grundriss, Kloster Frauenaurach, 1733

 

So wurde aus dem ehemaligen markgräflichen Ort Frauenaurach eine arme Ortsgemeinde und aus dem Schlosshof  die Brauhofgasse

  • 1788 wurden die Wirtschaftsgebäude am Schlosshof in Wohnhäuser umgebaut.
  • 1858 wurde das Schloss abgerissen.
  • 1860 brannte das Äußere Tor ab.
  • 1870 wurde aus dem Schlossgarten der Gemeindefriedhof.
  • Nach 1858 wurde ein Teil des Schlossareals an Privat verkauft.
  • 1889 wurde auf dem anderen  ein neues Schulgebäude errichtet.
  • Ein Teil des Schlossgeländes wurde Privatgrund.
  • Der Schlosshof war verschwunden, eine kleine Gasse war übrig geblieben.
  • 1900 wurden das Innere Tor und ein Teil des Amtshausschüpflas abgerissen.
  • Aus dem Klosterverwaltungsamt wurde ein Rentamt und nach Erlangen verlegt. Das Gebäude war danach Försterwohnung.
  • Alles Markgräfliche war verschwunden und geriet bei den Bürgern in Vergessenheit.                                                                                                                                                                   --- Eine tragische Ortsgeschichte ---

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