Am Ende des         Jubiläumsjahres 2017      

Ein arbeitsreiches Jahr in Frauenaurach geht zu Ende. Es war ein Jubiläumsjahr: 750 Jahre Frauenaurach. 1267? – 2017, ja, das war die Frage. Wir können leider kein exaktes Gründungsdatum des Dominikanerinnenklosters in Frauenaurach vorlegen, Bauernkrieg und Brandschatzung (1553) haben alle Gründungsurkunden vernichtet. Aber in einer alten Handschrift, die eine Nonne 200 Jahre nach der Gründung verfasst hatte, wird das Jahr der Klostergründung mit 1267 angegeben. Die älteste Urkunde, die das Kloster erwähnt, stammt aus dem Jahr 1331 und enthält abschriftlich eine Urkunde von 1271. Daraus geht hervor, dass die Klostergründung bereits abgeschlossen war. Deshalb übernahmen wir das Jahr 1267 für die Klostergründung und feierten ein Jahr lang 750 Jahre Frauenaurach.

Wir, das ehrenamtliche Arbeitsteam des Museums im Amtshausschüpfla in Frauenaurach, befassten uns in sechs Ausstellungen mit der interessanten, aber auch tragischen Ortsgeschichte Frauenaurachs. Es war anstrengend, aber auch sehr interessant. Wir beschäftigten uns wieder einmal sehr intensive mit der Ortsgeschichte. Es wurde uns nun sehr klar, dass es ohne das Frauenauracher Kloster, es wurde 1550 aufgelöst, keine Großstadt Erlangen gäbe. Die Markgrafen von Brandburg-Kulmbach hatten noch zur Klosterzeit das Vogteirecht über das Kloster erhalten. Deshalb fiel aller Besitz nach der Auflösung des Klosters an die Markgrafschaft Brandenburg-Kulmbach. Da das Kloster durch Mauern, Wassergräben und Wasserläufe befestigt war, richteten die Markgrafen einen Amtssitz im Kloster ein. Nach der Brandschatzung wurde ein Schloss im Klosterbereich errichtet. Markgraf Christian Ernst hatte ab 1667 begonnen, seinen Amtssitz in Frauenaurach durch eine Ansiedlung von Bauwilligen zu erweitern und zu ergänzen. Adlige, Hofbeamte und Handwerker zogen nach Frauenaurach. Erst ab da entstand der Ort Frauenaurach. Wären die Hugenotten nicht gekommen, hätte sich Frauenaurach vermutlich zu einem markgräflichen Städtchen entwickelt. Da Frauenaurach für so viele neue Menschen keinen Siedlungsplatz hatte, musste Markgraf Christian Ernst eine neue Stadt in der Nähe von Frauenaurach errichten. Aber dann verließ er selbst 1710 das Schloss und den Amtssitz in Frauenaurach und bezog das neue Schloss in Christian Erlang. Die Entwicklung in Frauenaurach ging nicht mehr weiter, sie brach ab, der Markgraf hatte sein Interesse an Frauenaurach verloren. Die Adligen, die Hofbeamten und reichere Bürger zogen ebenfalls in die neu entstehende Stadt Christian Erlang. Zurück blieben die vielen Handwerker, die nun keine Aufträge mehr am markgräflichen Hof erhielten. Frauenaurach verarmte. Erst nach dem zweiten Weltkrieg kam Frauenaurach zu etwas Reichtum. Die neue Lage an Autobahn, Eisenbahn und Kanal ließ ein größeres Industriegebiet entstehen. Aber da kam die Gebietsreform und Frauenaurach wurde von Erlangen eingemeindet. Das sind örtliche Schicksalsschläge, die sich auch nach 250 Jahren noch auswirken können. Erkenntnisse, die nur wenigen Erlangern bewusst sind...

Nun, das Jubiläumsjahr ist erfolgreich zu Ende gegangen, deshalb zum Abschluss und rückblickend ein kleines Resümee zur Ortsgeschichte Frauenaurachs.

 

Frauenaurach, 26. Dezember 2017

 

 

 

Hier befand sich einst das Erlanger Tor.