Wenn Sie oben an der Stiege angekommen sind, wenden Sie sich bitte nach links. Es blickt Ihnen eine Nonne  entgegen. Sie trägt das typischen Habit einer Dominikanerin und steht vor dem Frauenauracher Kirchenportal.

Sie befinden sich hier in der kleinen Geschichtsabteilung unseres Museums.

Die Klosterzeit betrug 300 Jahre, 1250 - 1550. Töchter aus Adels- und Patritzierfamilien lebten hier als Nonnen, die nach den Regeln des Dominikanerordens lebten. Als Gründer des Klosters wird Herdegen von Gründlach genannt. Er soll den Herren von Aurach allen Grund und Boden abgekauft  und 1267 dem Koster gestiftet haben. Durch Mitgift der Nonnen und durch viele Stifter wuchs der Besitz des Kloster zu einem beachtlichen Umfang an. Die Nonnen durften das innere Kloster (Claustrum) nicht verlassen. Es war durch ein Tor (Inneres Tor) fest verschlossen.

Aber es ging nicht immer friedlich im Kloster zu. Zum Ende des 15. Jahrhunderts änderte  sich die Denkweise der Menschen. Fortschrittliche Nonnen begannen über ihr Leben nachzudenken, sie wurden von den weltlichen Fürsten (hier: der Markgraf) unterstützt. Aber viele Andere wollten an den alten Regeln ihres Ordens festhalten, sie wurden von geistlichen Fürsten (Hier:der Bischoff von Bamberg) unterstützt.

Schließlich kam es, nach dem Tod der letzten Priorin, Kunigunde von Wallenrod, zur Auflösung des Klosters. Der Markgraf übernahm das Kloster mit dem gesamten Besitz.

 

Natrürlich begann die Geschichte Frauenaurachs bereits vor der Klostergründung. Leider haben sich bisher nur wenige Historiker für die Frühgeschichte Frauenaurachs interessiert.

 

Das Gebiet um Frauenaurach am Hochufer der Regnitz und an den Hängen des Aurachtales  sind alte Siedlungsgebiete.

 

Deshalb trifft man hier im Umkreis immer wieder auf alte Siedlungsspuren. Harald Desch aus Kriegenbrunn befasst sich in dankenswerterweise  ehrenamtlich  mit diesen alten Siedlungsfunden.

 

Schon 1930 wurde ein Hügelgrab der Späthallstattzeit bei der Kriegenbrunner Schleuse gefunden. [1] Im Stadtmuseum Erlangen sind die Ausgrabungsfunde ausgestellt. Fotos davon sehen Sie auf dieser Tafel.

 

 

 

 

 

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                                     [1] Ein Hügelgrab der Späthallstattzeit, Studienprofessor Hermann Hornung, Erlangen, naturthistorische Gesellschaft  

                                                     Nürnberg, Heimatverein Erlangen

 

 

Franken lag als Kernland inmitten des deutschen Raumes. Seine Königshöfe, die sich entsprechend den zwei großen Hauptachsen westöstlich  und nordwestlich-südöstlich gruppierten, dienten der Verwaltung deutschen Königsgutes.
Königshöfe sollten die Straßen in der Umgebung schützen und als Unterkunft und Verpflegungsplatz für durchmarschierende Truppen  dienen. Sie waren Sammelplatz und Lagerort von  Ernteprodukten  und sollten diese entsprechend verarbeiten. Der Nahrungsbedarf  musste gedeckt werden.  Wichtig für den Hof war die Lage an einem Gewässer, einem größeren Bach, denn Viehhaltung,  Gerberei, Eisenbearbeitung und der Mühlenbetrieb benötigten  Wasser. Gern wählte man dafür eine Tallage. 
Der Königshof war in zwei Teile gegliedert, den eigentlichen Gutshof mit Wohnhaus, Stallungen, Scheunen, Schmiede,  Kirche  und in den Baumgarten, der vorbeimarschierenden Heeresteilen als Unterkunftsplatz diente. Der ganze Komplex war befestigt mit Graben und Wall.  Auf dem Wall  befanden sich Pfähle oder ein Flechtzaun oder eine Steinmauer. 
In späteren Jahren trennte sich der militärische Teil vom eigentlichen Königshof und es wurde eine Burg auf einem Berg in der Nähe errichtet. 
Fast jeder Königshof hatte eine Kapelle die dem heiligen Martin oder der heiligen Maria geweiht war. Meistens lag in unmittelbarer Nähe eine Mühle. Fast immer hatte der Hof auch große Waldungen. Die wirtschaftliche Verwaltung des großen Hofes übte ein sog. Meier (Verwalter eines landwirtschaftlichen Gutes) aus. Ihm oblag die Bereitstellung von Lebensmitteln und anderem Bedarf.  Der Königshof war auch Sitz des Amtmannes,  dem die Gesamtverwaltung des Königsgutes unterstand. Gleichzeitig hatte dieser auch die niedere Gerichtsbarkeit (Hofgericht).

Wenn man das alles liest, so trifft fast alles auf die Klosteranlage in Frauenaurach zu. Wir wollen damit nicht unbedingt sagen, dass die Ansiedlung Frauenaurach aus einem Königshof hervorging. Obwohl in alten Urkunden von einem Königshof Urarach (Aurach) in unserem Gebiet die Rede ist. Aber dieser soll in Herzogenaurach gewesen sein. In Frauenaurach könnte auch es eine besondere Befestigung in der Nähe des Königshofes gewesen sein.

Wenn die Klosteranlage aus einer solchen Befestigung oder Königshof hervorgegangen wäre, ließen sich die Wasserläufe und Wassergräben mit Mauern erklären. Musste ein Kloster in dieser Form befestigt werden? Warum gab es auf dem hiesigen Geisberg eine Burg? 1960 wurden die letzten Steinruinen entfernt als das Gebiet besiedelt wurde - niemand hatte sich damals darum gekümmert. Die Klosteranlage bestand aus einem Kloster (Claustrum) und einem Klostergut mit Stallungen, Scheunen, einer Schmiede, Obstgärten, einer Mühle und einer Forstverwaltung (Klosterwald). Der Besitz des Klosters wurde von der Priorin und nach der Auflösung von einem Amtman (Klosterverwalter) verwaltet, der niedere Gerichtsbarkeit besaß. Das Klostergut hatte einen  zusätzlichen Gutsverwalter, aber in einer niedrigeren Funktion.

 

 

Markgrafenzeit 1550 - 1710

Das ist ein wichtiger  und  hoher Beamter in Frauenaurach. Er ist Amtmann und verwaltet als Klosterverwalter den gesamten Klosterbesitz für den  Markgrafen. 

Sein Sitz ist im Klosterverwaltungsamt, im Amtshaus, dem heutigen Ärztehaus. Das heißt, er hatte als wichtige Person, seine Amtsräume im Schlossbereich . Er führte auch ein Amtssiegel *). Es war das Siegel des markgräflichen Gerichts Frauenaurach. Das bedeutet, der Amtmann hatte in Frauenaurach Gerichtsbarkeit, er hatte die Befugnis Recht zu sprechen.

 

Die eigentliche Markgrafenzeit in Frauenaurach begann 1550 und endete 1710 mit dem Abzug des markgräflichen Hofes nach Erlangen. Es waren die Markgrafen Albrecht Alcibiades, Georg der Fromme, Christian und Christian Ernst, die sich in Frauenaurach immer wieder aufhielten. 

Markgraf Albrecht Alcibiades verlor seinen Amtssitz in Frauenaurach an die Nürnberger, die Frauenaurach aus Rache an Albrecht Alcibiades brandtschatzten und fünf Jahre behielten.

Markgraf Georg Friedrich I. brachte die Finanzen in Ordnung und begann mit dem Wiederaufbau.

Markgraf Christian erbaute das Schloß in Frauenaurach. Es kam der Dreißigjäjrige Krieg, alles wurde verwüstet und demoliert. In Frauenaurach überlebte niemand. Danach begann er mit dem Wiederaufbau und den Renovierungsarbeiten im Schloss.

Markgraf Christian Ernst führte die Renovierungsarbeiten im Schloss weiter. Er löste den Gutshof auf, ließ die Gebäude abreißen, parzellierte den Grund und verkaufte sie an bauwillige Untertanen. Er holte die Hugenotten in sein Markgrafschaft und ließ für sie die neue Stadt Christian Erlang  bauen. 1710 bezog er mit seinem Hof das neue Schloss in Erlangen.

Von da an spielte Frauenaurach für die Markgrafen keine Rolle mehr.

 

*) Amtssiegel Fraueenaurach

 

 

Jetzt verlassen wir den kleinen Geschichtsraum und wenden uns der Zeit  der Handwerker in Frauenaurach zu.

 

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