II. Markgrafenzeit - Teil 1 1550 - 1590

Die Auflösung des Klosters

 

1525, im Bauernkrieg, war das Kloster stark verwüstet worden. Danach gingen die Einkünfte aus

den Besitzungen des Klosters zurück. Es herrschte ein neuer Zeitgeist, das Mittelalter war zu Ende gegangen. Die Menschen begannen über sich und die Welt nachzudenken.

 

1527 übernahm Markgraf Georg der Fromme von Brandenburg und Culmbach,

die Regierungsgeschäfte im Fürstentum Culmbach für seinen unmündigen Neffen

Albrecht Alcibiades. Markgraf Georg der Fromme, er hatte sich Luthers Lehre ange-

schlossen, ordnete an, dass keine Novizinnen mehr ins Kloster aufgenommen werden durften. Die Priorin fungierte nur noch als Amtmännin.

Die Markgrafen von Brandenburg und Culmbach hatten vor Jahren  das Patronatsrecht

auf das Kloster Frauenaurach erhalten, dadurch  hatten sie Rechte auf dem Kloster.

 

    1531 kam der erste evangelische Pfarrer nach Frauenaurach. Markgraf Georg der Fromme war  zum lutherischen Glauben

   übergetreten.

 

 

 

1541 übernahm Markgraf Albrecht Alcibiades die Regierung.

 

1549 starb die letzte Priorin, Kunigunde von Wallenrod, die nur noch als Amtmännin fungierte.

 

1550 übernahm Markgraf Albrecht Alcibiades auf Grund des Patronatsrechts das Kloster mit all seinen Besitzungen. Die großen Ländereien und Einkünfte wurden nun von einem Klosterverwalter und Amtmann verwaltet.

Frauenaurach wurde markgräflicher Amtssitz, der zentral zwischen der freien Reichsstadt Nürnberg, dem Erzbistum Bamberg und dem Fürstbistum Würzburg lag. Dieser Amtssitz war durch Wassergrä-ben,  Mauern und Tore gut befestigt.

 

 

 Markgraf Albrecht  Alcibiades,

 von Brandenburg-Kulmbach,

 Andreas Riehl 1557, Plassenburg,

 Inv.Nr.7138,Foto: Artothek

 

 

Nicht lange hatte der Markgraf Freude an den Klostergebäuden in Frauenaurach.

 

1553, am 20. Mai, fielen Nürnberger Söldner in die Klosteranlage ein.

Sie plünderten das Kloster aus und steckten alles in Brand. Es war

ein Gegenschlag der Nürnberger, denn der Markgraf hatte zuvor Nürnberger

Orte in Schutt und Asche gelegt.

 

 

 

   Wald- und Fraißkarte von Jörg Nöttelein, 1563:

       URN:urn:nbn:de:bvb:12-bsb00021860-2, Sign. Mapp.XI,302

 

 

Brandschatzung des markgräflichen Amtssitzes

       

   

Collage J. T'fyllidis, 2017

 

 

Wiederaufbau nach der großen Brandkatastrophe

 

Nur ausgebrannte Steinmauern blieben von der Klosteranlage übrig. 

 

 

 

Bis 1557 war Frauenaurach in Nürnberger Hand. Dann wurde es dem Markgrafen

Georg Friedrich I. übereignet.

 

 

 

 

 

 

 

  Foto: J. T'fyllidis

 

 

Georg Friedrich I. ordnete zunächst das Finanzwesen in der Markgrafschaft neu.

 

 

1583 begann er mit dem Wiederaufbau in Frauenaurach. Die Klosterkirche wurde zunächst als Getreidespeicher wieder aufgebaut. Dabei erhöhte man die Mauern und das Dach, um sechs Getreideböden einbauen zu können. Die alte Raumgliederung ging verloren. Das Kreuzrippengewölbe wurde nicht mehr eingebaut. Die Wandpfeiler innen, die das Kreuzrippengewölbe trugen, wurden abgeschlagen, sowie der romanische Rundbogenblendfries außen, unterhalb der Dachtraufe.

Die Fensteröffnungen und die Rosetten wurden zugemauert und kleine Fenster ins Mauerwerk gebrochen. Die Spitzbögen der gotischen Chorfenster wurden mit Segmentbögen vermauert. Über dem Chor wurde ein Turm errichtet, um Getreide auf die Böden befördern zu können.

 

 

 

      Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth,

     Lucas Cranach d.J., ca. 1564, Jagdschloss Grunewald

 

 

 

 

1587, als der Klosterverwalter Niclas Hager nach Frauenaurach kam, sorgte er dafür, dass

die Kirche so umgestaltet wurde, dass wieder Gottesdienst darin gehalten werden konnte.

Man entfernte die unteren beiden Schüttböden, um einen Kirchenraum für Gottesdienst zu schaffen.

Der Aufzugsturm über dem Chor erhielt Glocken.

1588 konnte wieder Gottesdienst in der Kirche abgehalten werden.

 

Klosterkirche 1588

 

 

 

 

 

     Epitaph für den Klosterverwalter Niclas Hager,                                                                               > Markgrafenzeit, Teil 2                     

  1604, Klosterkirche Frauenaurach (Chorraum)