I. Klosterzeit 1250 - 1550

 

 

 

300 Jahre Dominikanerinnen-Kloster in Frauenaurach

 

 

 

Foto:  In der Geschichtsabteilung, Klosterzeit 1250 - 1550, Foto: J. T'fyllidis

 

 

Gründung des Klosters

 

 

 

Für die Klostergründung gibt es kein genaues Datum. Die älteste, noch vorhandene  Urkunde, stammt aus dem Jahre 1331, sie enthält abschriftlich eine Urkunde von 1271.  Diese besagt, dass sich das Kloster 1271 auf Bamberger Boden befand. Als Hauptstifter wird Herdegen von Gründlach genannt.

 

Diese Urkunde sagt uns nur, dass das Kloster 1271 schon bestand. Wann die Gründung war, kann nicht genau angegeben werden. Wir haben  deshalb die runde Jahreszahl 1250 gewählt. [1]


 

 

[1]   Urkundliche Nachrichten von dem ehemaligen Kloster Frauenaurach, Dr. Paul Österreicher, 1830,Seite 5 und 6

 

 


 

  Älteste, existierende Urkunde vom Kloster Frauenaurach,

  Urkunde XVII v. 08.Juni 1331, Bayrisches Staatsarchiv (Nr. 2054)

 

 

 

Nach einer alten Klosterhandschrift vom Ende des 15. Jh. soll Herdegen von Gründlach den Herren von Aurach alles abgekauft und 1267 dem Kloster übereignet haben. Außerdem werden weitere Stifter und Gönner genannt, die dem Kloster Besitzungen übereignet haben.

 

Wer die Herren von Aurach waren konnte bis heute nicht geklärt werden. Diese Handschrift wurde allerdings erst 200 Jahre nach der Klostergründung von einer Nonne verfasst.

 

 

 

 

 

 

Klosterhandschrift, Ende 15. Jh., Staatsarchiv Bamberg

 

Die Klosteranlage

 

1. Äußeres Tor                                

2. Klosterherberge 

3. Schmiede und Wagnerei

4. Ställe? 

5. Klostermühle                                   

6. Bäckerei?                                          

7. Kornspeicher                                      

8. Pferdestall

9. Schafstall

10. Klosterbrauerei

11. Wildmeisterei

12. Kelterei ?

13. Gutshaus

14. Haus für den Priester

15. Inneres Tor (Tor zum Kloster)

16. Klosterkirche a= Laien b= Nonnen

17. Kreuzgang

18. Kapitelsaal?

19. Dormitorium=Schlafräume

20. Refektorium=Speisesaal

21. Speisesaal, Werkstätten und Schlafraum für die Laienschwestern

22. Priorinnenhaus

23. Arbeisräume und Torhaus (heute Museum im Amtshausschüpfla)

24. Friedhof

25. Klosterhof mit Brunnen

  

 

 Zeichnung: J. T'fyllidis, 2017 (nach einem Grundriss von 1733)

                                                                                                                                                     

Vieles ist hier hypotetisch, weil es schwere Zerstörungen gab. Unsere Frage ist, wo war der Kapitelsaal? Hier wird er im Anschluss an die südliche Chorseite gezeigt. Inzwischen tendieren wir zu der Ansicht, daß er im Erdgeschoss des Dormitoriums gewesen sein könnte. Vor dem Refektorium, im Kreuzgang sollen, nach Konrad Rottmann*, dort Reste eines Brunnens gefunden worden sein.

Für unseren Plan haben wir  einen Grundriss von 1733 zu Hilfe genommen.

Die Gebäude im äußeren Bereich stehen in Zusammenhang, mit dem, was heute an dieser Stelle steht: Bäckerei, Schmiede, Priesterwohnhaus, Klostermühle. Wir haben außerdem Vergleiche mit anderen Klosteranlagen zur Hilfe gezogen (z. B. die Klosteranlage von Maulbronn)

 

* Stadtheimatpfleger von Erlangen

 

Das Kloster

 

Es war ein Dominikanerinnen-Kloster. Töchter aus Adels- und Patrizierfamilien wurden hier mit entsprechender Mitgift aufgenommen. Vornehme und Wohlhabende schickten gern eines der Kinder ins Kloster, um dort  auch für das Seelenheil der Familien zu beten. Die Klosteranlage war von Wassergräben und Mauern umgeben.

Geleitet wurde das Kloster  von einer Priorin.

 

Durch Stiftungen, Ankäufe und Mitgift der Nonnen, wuchs der Besitz im Lauf der Jahre zu einem beachtlichen Besitz.

 

Für die weitere Entwicklung von Frauenaurach nach der Klosteraufhebung spielt das ursprüngliche Kloster eine grundlegende Rolle.

 

 

 

Dauerausstellung im Museum, Foto: J. T'fyllidis, 2017

 

 

Seit Mitte des 14.Jh. wird der Name „Frauenaurach“ üblich.

 

Diese schöne gotische Marienstatue aus Sandstein war farbig gefasst,  Farbreste sind noch zu erkennen. Sie kam um 1330 in die Klosterkirche und hat Plünderungen, Zerstörungen, Brandschatzung und Demolierungen überstanden. Nur der Kopf des Jesuskindes hatte es nicht geschafft. Er musste erneuert werden.

Die Statue war eine Symbolfigur für Frauenarach. Bis zum Ende des 18. Jahrhundererts war sie im Siegel des Klosterverwaltungsamtes abgebildet.[1]

 

[1] Das Amtssiegel des Brandenburg-Bayreuthischen Kloster-Amtes Frauenaurach, von Johennes Bischoff, in: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung, Hrsg.Heimatverein Erlangen, S. 93 -125, 4. Jg.5. Heft v. 15.12.1957

 

 

 

 

 

Marienstatue, ca. 1330, Klosterkirche Frauenaurach

(steht auf der linken Seite im Chorbereich), Archivaufnahme Museum